Samstag, 13. Juni 2020 Lokales

 

Eine Fahne gibt Rätsel auf

Ehemaliger Ortschronist findet auf dem Dachboden Flagge von 1927 / Heimatverein hat mit Ortschronik Herkulesaufgabe vor sich

Von Frank Prenzel

 

Großbothens Heimatvereinsvorsitzender Ralf Sachse (li.) und sein Stellvertreter Udo Pohl mit der wiederentdeckten Fahne vom Männergesangsverein aus dem Jahr 1927. Auch diverse Wimpel kamen bei dem Dachbodenfund zum Vorschein.

Foto: Thomas   

Grimma/Großbothen. Was passierte in Großbothen am 4. September 1927? Dieser Frage wird der Heimatverein des Ortes auf den Grund gehen. Denn nur so lässt sich vermutlich das Rätsel um die imposanten Fahne lösen, die Fördermitglied Hartmut Fichtner jetzt auf seinem Boden aufstöberte.

 

Fichtner, unterm Dach des DDR-Kulturbundes bis 1988 Ortschronist in Großbothen, stellte die Fahne kurz vor der Wende sicher, als die damalige Gemeinde Großbothen eine vollgerümpelte, alte Haftzelle des Amtes in der Windmühlenstraße ausräumte. So erzählt es Ralf Sachse, der dem Heimatverein seit 2016 vorsteht. Der damalige Chronist „wollte verhindern, dass die Fahne auf dem Müll landet“. Doch auf dem Dachboden des Großbotheners geriet das trocken gelagerte Stück in Vergessenheit – bis es ihm jetzt, mehr als 30 Jahre später, zufällig wieder in die Hände fiel.

Nun rätseln die Mitglieder des Heimatvereins, was es mit der Fahne auf sich hat. Unstreitig gehörte sie dem Männergesangsverein „Lyra“ Großbothen und Umgebung, der vermutlich 1881 gegründet wurde. Denn diese Jahreszahl säumt die obere Stelle der einen Seite. Auf der unteren Partie hingegen ist die 1927 aufgebracht. Die andere Seite der blau-weißen Fahne zeigt die Abbildung einer Lyra-Harfe und den Schriftzug „Es schalle deutscher Sang mit Macht. Im Muldental mit seiner Pracht.“

Zum Fundstück gehört eine mehrteilige Fahnenstange, gesäumt mit Metallplaketten mehrerer Gesangs- und anderer Vereine. Und deren Botschaften zur Widmung weisen allesamt auf den 4. September 1927 hin. Auch zwei Wimpel aus jener Zeit entdeckte Hartmut Fichtner in einer Schatulle. „Es ist jetzt unsere Aufgabe, heraus zu finden, was es mit der Fahne auf sich hat“, so Vereinschef Sachse. Sie soll auch einen gebührenden Platz bekommen, falls der Heimatverein irgendwann Mal ein passendes Domizil für sich findet. Derweil ging auch in Corona-Zeiten die Arbeit an der Ortschronik weiter. Dabei stehen die Mitglieder vor einer Herkulesaufgabe. „Wir haben vor drei Jahren damit begonnen, schrittweise die im Grimmaer Stadtarchiv liegenden Unterlagen von Großbothen zu digitalisieren“, erläutert Sachse. Ein Drittel sei bislang geschafft. Vor allem sind es Dokumente der einstigen Ortschronisten Martin Kalch und Max Ziegner, die im Zuge der Eingemeindung von Großbothen 2011 nach Grimma kamen. Der 20-köpfige Heimatverein möchte mit der Digitalisierung den Zugriff ermöglichen.

Aufzuarbeiten ist zudem der eigene Fundus, und hierbei vor allem die von Prof. Fritz Mauer gesammelten Zeugnisse. Mauer war Gründer und bis zu seinem Tod vor sechs Jahren Vorsitzender des Heimatvereins Großbothen. Neben der Weiterführung der Ortschronik und der Mitgestaltung des kulturellen Lebens im Ort sei es eine wesentliche Aufgabe des Vereins, dieses umfangreiche Material zu sichten, aufzuarbeiten und digital zu katalogisieren, erläutert Sachse.

Der Heimatverein wendet sich auch an die Öffentlichkeit um weitere Fakten zum Großbothener Gewerbe zusammen tragen zu können. Ausgangspunkt ist die Bilderausstellung zum vorjährigen Dorffest, als aus dem Fundus von Max Ziegner historische Firmenbilder vor Augen geführt wurden. „Mit möchten die Firmengeschichte gern vervollständigen und brauchen dabei die Mithilfe der Unternehmen“, erklärt Vizechef Udo Pohl.

Die Hilfe kann auch von weither kommen. Ein Hamburger stieß auf die Homepage des Heimatvereins und entdeckte dabei die Liste der Gewerbebetriebe. Er meldete sich – und wusste einiges über die einstige Gärtnerei Flieder-Schneider zu erzählen. Doch nicht nur Gewerbe: Der Verein ist dankbar über jedes Dokument, Foto und andere historische Nachweise, die die Ortschronik bereichern. Er ruft auf, ihm „alte Geschichte“ anzuvertrauen – und würde sich übrigens über weitere Mitstreiter freuen.

30 Dienstag, 9. Juni 2020 LVZ – Lokales 

Wippe und Ausstellung statt Dorffest

 

Grimma/Großbothen. Bereits im März hatte das Dorfkomitee „Dorffest 725+“ die Reißleine ge zogen und sich schweren Herzens vom diesjährige Dorffest in Großbothen verabschiedet. Das sollte vom 12. bis 14. Juni über die Bühne gehen - wie gewohnt als gemeinsamer Kraftakt der Dorfgemeinschaft. „Die Verträge waren schon da nicht einzuhalten“, verdeutlicht Ralf Sachse, der Vorsitzende des Heimatvereins. An seiner geplanten Ausstellung hält der Heimatverein aber fest und hofft, sie im September im Rahmen eines kleinen Festes zeigen zu können. Dieses Mal heißt die Fotoschau „Großbothen von oben“ und sie bildet die Basis für den Heimatkalender 2021, den der Verein herausgeben wird. Die fast 50 Bilder stammen allesamt vom Vize-Vorsitzenden Udo Pohl. Er schwebte vor zehn Jahren mit einem Ballon und mit einer Cessna über Großbothen und hatte dabei den Finger am Auslöser. Aktuelle Drohnen-Fotos vervollständigen die Ansichten aus der Vogelperspektive. Für den Kalender werden 13 Fotos ausgewählt. Die Organisatoren des Dorffestes hatten beschlossen, aus

dem Erlös der vorjährigen Fete und der Kollekte des Festgottesdienstes ein Spielgerät für den

Großbothener Spielplatz anzuschaffen. Während des Lockdowns hat der Heimatverein den

Vorhaben auf den Weg gebracht und bei der Firma Ziegler eine Doppelwippe in Auftrag gegeben. Hinzu kommt eine Grimma-Bank. Beide neuen Elemente sollen ab 15. Juni mit Hilfe des Bauhofes und von Gewerbetreibenden aufgestellt werden. Das Vorhaben kostet etwa 1200 Euro, ein Teil des Geldes kommt von der von Grimma ausgelobten Summe des Johanna-Schmidt-Erbes. 


Wann war die Spreewaldfahrt mit Frau Hetze?

Wer kann mir eine Liste der abgebildeten Personen zuschicken?

Wer kann Hinweise geben über Ort und Jahr des Auftrittes?

Schalmeienkapelle Großbothen


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AMTSBLATT Der Großen Kreisstadt Grimma 

 

 www.grimma.de 10/2019 | 19. Oktober 2019 · 24. Jahrgang
Großbothen feierte „Dorffest 725+“ 

  Großbothen. Ende August feierte Großbothen sein Dorffest, mittlerweile eine schöne Tradition der Vereine und Organisationen. Zum ersten Mal fand auch eine Präsentation der Handwerker und Gewerbetreibenden statt, bei der Vorbereitung war von Zuversicht über sofortige Zustimmung und großer Skepsis eigentlich alles vertreten – Resümee: Es hat Spaß gemacht; wir kommen nächstes Jahr wieder; dann muss noch ein Karussell für die Kinder her - die Kosten können wir, die Betriebe, übernehmen. Aber nun der Reihe nach: Am Freitag war der Jugend-Auftritt der Sportgruppe „Grün–Weiß Großbothen“. Dass dieser ein Höhepunkt wird, war jedem klar, aber was die Übungsleiterinnen mit den Jungen und Mädchen einstudiert haben, verdient höchste Anerkennung und Respekt. Alle waren begeistert, besonders natürlich die Omas und Opas. Die Disco „Reflex“ heizte am Abend so richtig ein. Neben Tanz und Gesprächen am Bierwagen war auch die Kegelbahn rege besucht, viele Gäste aller Altersklassen versuchten sich auf der anspruchsvollen Bahn mit automatischer Kegelaufstellung – eine technische Meisterleistung des Bastlers und ehemaligen Keglers Harald Gänse. Der Samstag begann mit Darbietungen der Jugendfeuerwehrmitglieder, welche voller Stolz an der Spritze standen und mit Schweiß auf der Stirn ihr Können präsentierten. Auf der schon erwähnten Handwerkerschau wurde modernes und althergebrachtes aus dem Sanitär- und Heizungsbereich, Schmiedekunst, Zaunbau und vieles mehr gezeigt. Transporttechnik, landwirtschaftliches Gerät und Bagger standen nicht nur zur Besichtigung, sondern waren zum Anfassen und Probesitzen aufgestellt. Auch die Kenntnisse über den modernen Straßenverkehr konnten aufgefrischt werden. Ob nun Zufall oder doch bewusst, sei dahingestellt, jedenfalls waren die Instrumente der historischen Fußpflege und des Zahnarztes auf einem Tisch platziert. Passend wiederum, der Tisch stand im Zelt der Bilderausstellung „historisches Handwerk und Gewerbe in Großbothen, Kleinbothen & Schaddel“. Diese Ausstellung fand reges Interesse, man kam ins Gespräch und fachsimpelte über abgebildete Personen, Technik und über das Jahr der Aufnahme. Auch Geschichtliches über Betriebe, welche seinerzeit das Leben in unsrem Ort maßgeblich beeinflussten, war zu erfahren. Übrigens konnte sich jeder Besucher an der Auswahl der Bilder für den Bildkalender 2020 „Historisches Handwerk“ beteiligen. Am Nachmittag zogen natürlich die Musiker der „Musikschule Fröhlich“, unter der bewährten Leitung von Andrea Focking, die Besucher in ihren Bann. Es präsentierten sich voller Stolz die jungen Musiker aus der Grundschule, bis die „Profis“ dann die Stimmung mit Welthits anheizten. Bei „Cordula Grün“ schwappte natürlich die Stimmung über, zumal die „Dame“ persönlich anwesend war! Am Abend zur Disco mit H. Rost im Zelt war der Höhepunkt die Line-Dance-Gruppe aus Nerchau. Neben viel Fußball mit Freizeitcharakter hatten auch die Fußballer der Kreisliga ihren Auftritt: Der FSV GW Großbothen gewann gegen Lok Döbeln mit 7:1! Herzlichen Glückwunsch! Am Sonntagvormittag wurde das Dorffest mit einem gemeinsamen Gottesdienst der Ev.-Lutherischen und der Ev.-Freikirchlichen Gemeinde beendet. Ein besonderer Dank gilt allen Mitstreitern, die bei tropischen Temperaturen am Grill, im Bierwagen, am Kuchenbuffet und bei der Zuckerwatte die Gäste bedienten. Dank auch denen, die mit den Kindern bastelten, sie schminkten und sonst für allerlei Unterhaltung sorgten. Ohne die fleißigen Helfer für den Auf- u. Abbau wäre keine Veranstaltung möglich! Auch hier ein großes Dankeschön den „Großbothener Heinzelmännchen“ (denn sie wurden nicht gesehen!).

 Im Auftrag der Organisatoren Udo Pohl,

 Heimatverein Großbothen e.V. 


 


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Heimatverein Großbothen e.V.